Projekte
Mahd vs Beweidung im Wald

Mit Unterstützung der Velux Stiftung untersucht die WSL die Auswirkungen von Mahd und Beweidung in halboffenen Wäldern auf die Biodiversität. Ich durfte die Tagfaltererhebungen in jeweils drei Gebieten in den Jahren 2025 und 2026 durchführen. Um statistisch belastbare Daten zu erheben, wurde in jedem Gebiet drei 100 m lange Transekte angelegt und die Tagfalter mithilfe der BDM-Methode erfasst.
Dabei habe ich drei Dinge besonders spannend gefunden:
Halboffene Wälder weisen eine erstaunlich hohe Betadiversität auf. Die verschiedenen Wälder unterschieden sich teilweise stark voneinander. Aber auch innerhalb desselben Waldes waren die einzelnen Transekte zum Teil komplett unterschiedlich. Gerade diese kleinräumige Vielfalt scheint einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität zu leisten.
Halboffene Wälder können wichtige Vernetzungselemente sein. Da sich in halboffenen Wäldern sowohl Arten des Offenlandes als auch Waldarten wohlfühlen, können sie Lebensräume miteinander verbinden und für beide Artengruppen geeignete Strukturen bieten. Besonders eindrücklich war für mich eine starke Population des Magerrasen-Perlmutterfalters (Boloria dia), die ich in einem der Wälder beobachten konnte. Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um eine Art, die typischerweise dem Offenland zugeordnet wird.
Halboffene Wälder könnten auch im Naturschutz eine wichtige Rolle im Umgang mit dem Klimawandel spielen. Agroforstsysteme zeigen bereits, dass halboffene Strukturen dazu beitragen können, die Landwirtschaft resilienter gegenüber dem Klimawandel zu machen. Vielleicht lassen sich ähnliche Prinzipien auch im Naturschutz nutzen, um die Auswirkungen des Klimawandels abzufedern. Gerade für viele Insekten kann der Schatten ein wichtiger Rückzugsort sein, an dem sie extremer Hitze ausweichen können.
Im Gegensatz zu Trockenwiesen und Weiden und Mooren haben halboffene Wälder als Lebensraum keine gesetzlichen Grundlagen für ihre Förderung. Nach meinen persönlichen Erlebnissen scheint es mir, als würde ihr Wert unterschätzt. Ich bin gespannt auf die Auswertungen der Daten durch die WSL.
Erhebung der UZL Vögel im Rahmen von ZiBiF Wirkungskontrolle

Von 2020 bis 2027 läuft im Kanton Zürich ein Ressourcenprojekt, mit dem die Biodiversität auf landwirtschaftlichen Flächen zielorientiert gefördert wird. Die Prinzipien dieser zielorientierten Biodiversitätsförderung werden in einem Video anschaulich erklärt.
Im Rahmen einer Wirkungskontrolle hat Orniplan die Vogelarten der Umweltziele Landwirtschaft auf 29 Betrieben im Kanton Zürich erhoben.
In diesem Zusammenhang durfte ich einige der schönsten Flecken rund um Hinwil besuchen.
Abklärung Schutzwürdigkeit Waltensteinerried

Beim Waltensteinerried liegt die Bauzone nahe an einem Naturschutzgebiet. Dadurch stellt sich die Frage, ob eine Bebauung den Wasserhaushalt des Rieds verändern könnte. Zudem muss abgeklärt werden, ob die betroffenen Flächen selbst schutzwürdig sind und entsprechend eine Ersatzpflicht besteht.
Bei diesen Abklärungen durfte ich die Planikum AG unterstützen. Ich habe die Vegetation sowie die Libellen- und Tagfalterfauna aufgenommen.
Die Vegetation habe ich nach Delarze kartiert. Innerhalb der kartierten Vegetationseinheiten habe ich zudem auf einer Fläche von 10 m² eine vollständige Vegetationsaufnahme durchgeführt. Anschliessend habe ich die durchschnittlichen Zeigerwerte für Nährstoffgehalt und Feuchtigkeit der aufgenommenen Arten berechnet. Zusammen mit der Artenzahl liefern diese Werte wichtige Hinweise für eine fundierte Einschätzung des Wertes des kartierten Lebensraums und damit letztendlich auch seiner Schutzwürdigkeit.
Biodiversitätsmonitoring Schweiz und Graubünden

In der Schweiz gibt es mehrere Biodiversitäts-Monitorings. Das WBS untersucht die Entwicklung in den Biotopen von nationaler Bedeutung, das ALL-EMA die Entwicklung in der Schweizer Agrarlandschaft. Das BDM schliesslich untersucht die Biodiversität in der gesamten Schweiz – unabhängig von Nutzung und Schutzstatus.
Für das BDM habe ich wie bereits in den vergangenen Jahren im Auftrag von Hintermann & Weber beim Tagfaltermonitoring mitgearbeitet. Dabei habe ich zwei Gebirgstransekte und ein Flachlandtransekt übernommen. Zudem gibt es im Kanton Graubünden eine Verdichtung der Monitoringflächen. Hier konnte ich zusätzlich eine Gebirgsfläche bearbeiten.
Biotoptypenkartierung Zürich

Zürich hat sich das politische Ziel gesetzt, 15 % des Stadtgebiets als ökologisch wertvolle Flächen zu sichern. Um den Fortschritt bei der Erreichung dieses Ziels zu messen, wird ab 2026 alle vier Jahre die Vegetation auf dem gesamten Stadtgebiet kartiert. Dafür wurde ein eigener Kartierungsschlüssel entwickelt, der an die besonderen Gegebenheiten der Stadt Zürich angepasst ist.
Diese spannende Kartierungsarbeiten durfte ich während 30 Tagen im Auftrag der Planikum AG unterstützen.
Welches ist die schönste Brache in ganz Uster

Der Verein Blühpatenschaften in Uster fördert Buntbrachen und andere summende und blühende Orte. Um die schönsten Flächen sichtbar zu machen, hat der Verein einen Wettbewerb für die schönste Brache organisiert. Dabei durfte ich die Jury unterstützen.
Wir haben die einzelnen Flächen mithilfe des Brachen-Beurteilungs-Merkblatts von Agridea bewertet. Die Brachen erwiesen sich als blütenreiche Hotspots der Biodiversität, und wir haben keine grösseren Neophytenbestände entdeckt. Das deutet auf eine gute Pflege der Flächen hin.
Da ich bisher nur selten in solchen Brachen unterwegs war, konnte ich viele für mich neue Pflanzenarten beobachten. Ein besonderes Highlight war eine rufende Wachtel.