Tagfalterkurs in Leuk 2025

Im Wallis ist das Wetter fast immer schön – und so war es auch dieses Mal. Ausser am Dienstag zeigte sich das Wetter von der sonnigen Seite.

Am ersten Tag wanderten wir von Leuk bis Brentjong. Unterwegs trifft man auf einen Tisch, den die Winzer wohl während der Wümmet benützen. Perfekt für eine Einführung in das Bestimmen der gängigen Bläulinge, Weisslinge und andere häufige Arten wie das Grosse Ochsenauge oder das Kleine Wiesenvögelein. Obwohl andernorts häufig sind diese im Wallis gar nicht immer einfach zu finden. Wie im letzten Jahr sind unter den Beobachtungen bereits einige Seltenheiten. Für mich persönlich waren gleich drei Arten dabei, die ich noch gar nie gesehen habe: der Grosse Wanderbläuling legte Eier an einen Blasenstrauch, der sehr seltene Abossfleck-Würfelfalter kommt in der Schweiz nur bei Leuk vor und ein Grünwidderchen der Gattung Jordanita (an diesem Ort wohl Jordanita subsolana). Insbesondere der Grosse Wanderbläuling ist eine faszinierende Art, die eigentlich nur in den Tropen vorkommt. Je nach Jahr fliegt er jedoch nordwärts bis zu uns und es kommt auch zu einer zweiten Generation. Den Winter übersteht er bei uns aber nicht. Also ein Bläuling, der über die Sahara und das Mittelmeer fliegt – unglaublich!

Einführung in die Bestimmung von Tagfaltern. Insbesondere, die Bläulinge beschäftigten uns hier.

Am Dienstag verbrachten wir den Tag in der Ruderalfläche bei Mazembroz. Die Hälfte der Zeit nieselte es leicht und wir hatten Zeit uns mit Theorie zu beschäftigen. Thema waren die Raupenfutterpflanzen, Möglichkeiten sich in Büchern und dem Internet über Arten zu informieren oder diese zu bestimmen sowie die verschiedenen Erhebungsmethoden und präparieren von Belegexemplaren. Sobald sich die Sonne etwas zeigte konnten wir uns der Suche nach Schmetterlingen widmen. Mazembroz ist der ideale Ort um Übung im Umgang mit den Schmetterlingen zu gewinnen – sei es beim Fotografieren, Fangen oder Bestimmen. Wie im letzten Jahr fanden wir wieder ein Krainisches Widderchen!

Ein Krainisches Widderchen – gehören wohl zu den schönsten überhaupt.
Schmetterlinge fangen ist gar nicht so einfach. Übung macht den Meister!

Der dritte Tag führte uns nach Salgesch. Zu Beginn waren viele Arten von den beiden Vortagen bereits bekannt danach kamen mit dem Escherbläuling und Esparsettenbläuling bei den Bläulingen zwei schwierige Arten hinzu. Zudem zeigte ich, wie man im Feld den Südwestlichen Wachtelweizen-Scheckenfalter (Melitaea celadussa) anhand der Genitalien sicher bestimmen kann. Auch andere Scheckenfalter Arten sind nur sehr schwer optisch zu bestimmen. Nach einem langen Tag und 46 Arten genossen wir spät den Feierabend.

Wanderung entlang der Suone oberhalb von Salgesch. Letztes Jahr erwischten wir hier den Braunen Eichenzipfelfalter. Wegen dem sehr heissen Frühjahr war er dieses Jahr leider schon vorbei. Dafür konnten wir uns über mehrere Kreuzdornzipfelfalter freuen!

Am vierten Tag war nochmals eine lange Exkursion geplant: der Abstieg von der Rinderhütte bis nach Albinen. Entlang des Weges würden wir viele verschiedene Lebensräume durchschreiten und so lernen, wo man welche Arten erwarten kann. Zu Beginn trafen wir jedoch aus so viele neue Arten, dass wir lange hängen blieben und ich schliesslich das Auto in Albinen holen musste damit alle rechtzeitig wieder zu Hause waren. Highlights an diesem Tag waren viele neue Bläulinge, verschiedene Mohrenfalter und der Bündner Scheckenfalter.

Schon wieder eine neue Art! Im Hintergrund die eindrückliche Kulisse von Weisshorn und Mischabelgruppe.

Am letzten Tag besuchten wir wie im letzten Jahr Leiggern oberhalb von Ausserberg. An dem Ort fliegen unglaublich viele Tagfalter-Arten (wir sahen 58), sodass wir alle nochmals gefordert waren! Besonders gefreut hat mich der direkte Vergleich vom Grossen und Kleinen Fünffleck-Widderchen und natürlich der Prächtige Bläuling, der nicht überraschend zu den schönsten gehört.

Ein letztes Mal volle Konzentration beim Bestimmen von Bläulingen, Scheckenfaltern und Rotwidderchen.

Schon wieder war diese Woche zu Ende. Wir schlossen bei einem Bier in Ausserberg ab und liessen all die beobachteten Arten nochmals revue passieren.